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Reportagen 1 & 2 (2000)



Ausgewählt und Zusammengestellt von Marianne Fehr, Erwin Künzli und Jürg Zimmerli.

Zürich: Limmat Verlag 2000 ISBN 3-85791-344-4 und 3-85791-345-2

 

Verlagstext:

 

Diese Neuausgabe der Reportagen legt etwas über die Hälfte der Meienberg-Texte vor. Sie hat mehrere Gründe: Zum einen wäre Niklaus Meienberg am 11. Mai 2000 sechzig Jahre alt geworden. Zum zweiten soll der jüngeren Generation, die ihn nur noch dem Namen nach kennt, ein leichterer Zugang zu seinem Werk geschaffen werden. Wer Meienberg bereits kennt, hat in den letzten Jahren verfolgen können, wie die Schweiz nach und nach Dinge zur Kenntnis nehmen musste, auf die er immer wieder und mit Nachdruck hingewiesen hat. Manche haben seine Stimme vermisst in den Debatten, denn er polemisierte gerne und provozierte Reaktionen, die manchmal an Hysterie grenzten, und löste heftige Diskussionen aus. Aber Meienberg war vor allem ein leidenschaftlicher Schreiber, der immer wieder von Menschen, Orten und Ereignissen fasziniert wurde und über diese mit einen hohen Anspruch an Sprache und Form berichtete. Als homme de lettre hat er nicht zwischen Literatur und Journalismus unterschieden, sondern Texte hervorgebracht, deren literarische Qualitäten über das Entschwinden der konkreten Anlässe hinaus bleibenden Lesegenuss bieten. Er reiht sich damit in die Tradition eines Heine oder Tucholsky ein.

Ein weiterer Grund für die Neuauflage liegt in der bisherigen Erscheinungsform der Meienberg-Texte. Sie sind zwischen 1975 und 1993 jeweils mehr oder weniger chronologisch in Buchform herausgegeben worden, wurden dabei aber immer wieder mit weiter zurückliegenden Artikel ergänzt. Das hat zu einer gewissen Unzugänglichkeit des Werks geführt, weil kaum jemand weiss, was wo zu finden ist. Auch geben die schönen Buchtitel wie Der wissenschaftliche Spazierstock oder Weh unser guter Kaspar ist tot. und so weiter keinerlei Aufschluss über den Inhalt: Nach wie vor erreichen den Verlag Anfragen, wo bloss schon wieder der "Heidi"-Artikel oder die Geschichte mit der Bloodhound-Rakete nachzulesen sei. Die thematische Zusammenstellung erleichtert den Zugang zu ihnen.

Der vierte Grund ist ein pragmatischer: Gewisse Texte sind nicht mehr erhältlich. Das betrifft die Beiträge aus Vielleicht sind wir morgen schon bleich u. tot, der vergriffen ist, und die beiden Texte Jagdgespräch unter Tieren sowie Ein rentabler Brand (Meienbergs letzter Text), die nie in eine Buchausgabe aufgenommen wurden.

 

Der vielleicht wichtigste Grund aber liegt darin, etwas für Meienbergs Werk tun zu wollen und dieses im öffentlichen Bewusstsein präsent zu halten. Dazu scheint uns im Augenblick diese Ausgabe am geeignetsten, weil durch ihre thematische Zusammenstellung überraschende Bezüge zum Vorschein kommen und Zusammenhänge über die aktuellen Anlässe hinaus entstehen. Der Schriftsteller und Mensch Meienberg gewinnt auf eine Weise Konturen, seine Themen werden sichtbar, wie es in den bisherigen Ausgaben nicht der Fall sein konnte. Nach der Biografie von Marianne Fehr ist es jetzt möglich, sich dem Schriftsteller und Journalisten auch anhand seiner Werke neu zu nähern.

Natürlich ist die Auswahl auch subjektiv. Weggelassen haben wir vor allem Texte, die durch viele heute unbekannte Namen nicht mehr leicht nachvollziehbar sind, solche, die sich zu sehr am tagesaktuellen Geschehen orientierten oder die wir nicht seinen Highlights zuordneten. Wir versuchten auch zu vermeiden, einen säuberlich verpackten und etikettierten Meienberg zu präsentieren. Deshalb haben wir nur wenige Zwischentitel gesetzt und die "Kategorisierung" so offen wie möglich gehalten. Wichtig ist uns einzig, dass Meienberg gelesen wird.

 

Kommentare

"Das Buch, mit dem der große Polemiker die Reportage revolutioniert hat." Basler Zeitung

 

"Ein Historiker von ganz eigener Aufklärungsbesessenheit, ein Journalist von hohen literarischen Graden, schrieb Meienberg Reportagen, die das Bild von Gesellschaft, Politik und Geschichte in der Schweiz gründlich auffrischten. Noch immer lebt der Furor für die Wahrheit in diesen Texten, die mit leisem Spott gepfeffert den unnachahmlichen Meienberg-Ton wach halten. Was Aufsehen erregend und für viele empörend war, ist - nicht zum Schaden - längst öffentliches Bewusstsein geworden. Die zweibändige Sammlung dieser Reportagen hält mehr als nur die Erinnerung an einen (nützlichen) Störenfried und sein wichtiges Werk wach: Sie sind Zeitgeschichte."  Neue Luzerner Zeitung

 

"Während Thomas Bernhard in Österreich mit seinen Roman wie ein Feldherr agierte, gingen Sie, Herr Meienberg, mit ihren Artikeln wie ein Guerillakrieger gegen die verdeckten Narben der Schweiz vor - bewaffnet mit nicht viel mehr als Ihrem Kopf und einer Schreibmaschine." Marc Fischer, Sonntagszeitung

 

"Bei seinen Generationsgenossinnen und -genossen mögen viele Texte alte Erinnerungen wachrufen, jüngere Leserinnen erhalten mit den weit gefassten Themenbereichen Einblicke nicht nur in ein engagiertes Leben, sondern auch in die Chronik eines verhärteten Zeitalters." Die Weltwoche

 

"Wenn man Meienbergs Texte heute liest, stellt man schnell fest, wie frisch sie geblieben sind, auch wenn sich die äusseren Verhältnisse völlig geändert haben." Rudolf Walther, Basler Zeitung

 

"Bezüglich sprachlicher Virtuosität ist Meienberg hier zu Lande unerreicht. Das Schöne an der neuen Ausgabe seiner Reportagen ist denn auch, dass in den zwei Bänden über achzig Texte versammelt sind. Die sich nicht um die Grenze zwischen Journalismus und Literatur kümmern. Die von Problemen handeln, welche damals vielfach noch unerkannt waren. Die aber auch von der Leidenschaft zeugen, welche Meienberg an sein Land fesselte und ihm schliesslich den Lebensatem raubte. Dem Wunsch der Herausgebenden ist deshalb vorbehaltslos beizupflichten: ›Wichtig ist uns einzig, dass Meienberg gelesen wird.‹ Wohl bekomm's." Zuger Presse