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Die Erweiterung der Pupillen beim Eintritt ins Hochgebirge (1981)


Poesie 1966 - 1981. Zürich: Limmat Verlag  1981. ISBN 3-85791-028-3

 

Kommentare:

 

Kurz und bestens: ich mag manche dieser Gedichte. Ich mag den bald verhaltenen, bald bänkelsängerischen Ton dieser Poesie. Ich mag auch ihre Aggressivität, die sich mit der Lust an Sprachformen, Wortfügungen, Wortspielen, mit der Freude am Zitieren («Klauen» sagt Meienberg), in quicklebendigen Kunstgebilden äussert. Das Wort «Kunst» ist - trotz aller Wildheit - am Platze, denn Meienberg entpuppt sich in diesem Buch als ein für schweizerische Verhältnisse unheimlich aufrichtiger, ungebremster Mensch, aber auch als gewitzter «poeta doctus». So kann ich vor diesem Buch ebenfalls nur wieder warnen und es denen empfehlen, deren Neugier durch Warnungen erregt wird.

Kurt Marti

 

Den Titel seines Gedichtbandes hat Niklaus Meienberg einer Dissertation aus dem Jahre I948 entnommen. Oder Meienberg hat den Titel, wie er selber sagt, «umgetopft«. Diese Vorgehen zeigt bereits Meienbergs Methode auf. Collage, «konkrete», Poesie, Pamphlet in einem: Meienbergs Gedichtband ist voller Einfälle, witzig und frech, provozierend, unverschämt, manchmal obszön, verächtlich aber eigentlich immer aufgestellt und angriffig.  

Basler Zeitung

 

Seine Gedichte? Gewiss, das gilt für viele, nicht für alle. Verse müssten, schreibt Meienberg, «nicht immer Eigengebräu sein», sie könnten auch von jemandem stammen, der das, was man sagen wollte, so gut formuliert und mir derart aus dem Herzen spricht, dass ich den anderen reden lasse., Dagegen ist nichts einzuwenden. Nur hat Meienberg darauf verzichtet, die Namen der betreffenden Autoren unter jene geklauten Dichtungen zu setzen., Hier wird die Sache, sagen wir, kriminell. Man hüte sich, Meienbergs Experiment nachzuahmen. Denn Betrug bleibt Betrug.

Marcel Reich-Ranicki in der Frankfurter Allgemeinen