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Meyer vs. Meienberg. Die Weltwoche erinnert sich.

"Wenn man Meienberg im Haus hatte, wusste man nicht, was er nachher wieder Unmögliches über den Toilettendeckel schreiben würde," sagte Martin Meyer, langjähriger Leiter des NZZ-Feuilletons, anlässlich eines Gesprächs mit der Meienberg-Biografin Marianne Fehr. Wie oft Meienberg Meyers Toilette verunstaltete, ist nicht bekannt. Bekannt ist hingegen, das ihr Verhältnis etwas getrübt war, seit ersterer 1990 die Ernst-Jünger-Biografie des letzteren verrissen hatte. Kaum erstaunlich, dass drei Jahre später, als NZZ-Jungredaktor Anderas Breitenstein seinerseits das Lebenswerk Meienbergs guillotinierte, die These aufkam, es handle sich um einen Racheakt des gekränkten Chef-Feuilletonisten.
Nun wärmt die Weltwoche das Gschichtli wieder auf, und zwar im Rahmen eines wenig schmeichelhaften Porträts über Meyer und seinen "nach feudalistischem Muster konzipierten Hofstaat." Dort ist folgendes zu lesen:
Nur gelegentlich noch durch politische Nostalgierunden geisternd ein Scharmützel Anfang der neunziger Jahre: Da saftete Niklaus Meienberg im Spiegel ausgiebig über Martin Meyers Ernst-Jünger-Biografie ("Ernst Jünger"), warf Meyer eine "geschwollene Sprache" vor, des Weitern eine "Verunklärung, Verharmlosung und Entrückung von Jüngers teutonischem Todestriebwerk"; der distinguierte Meyer wurde vorgeführt als kruder Kriegsentschrecklicher und rechter Denkdelinquent. Zufall, dass später eine ehrgeizig aufstrebende NZZ-Schreibkraft jüngeren Alters, Andreas Breitenstein, in Martin Meyers Feuilleton den fragilen Polemiker Meienberg mit Grobheiten wie "pseudoästhetisch", "langanhaltende Entwicklungslosigkeit", "Inkompetenz in ästhetischen Fragen" einen unfairen Tackling unterzog? Meyer wies den Verdacht, dass da ein Rachemanöver inszeniert worden war, zurück.
(om)

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